Es werden erfreuliche Zahlen zur Bestands-Entwicklung der stark gefährdeten Berggorillas gemeldet. Die Auswertung der neuesten Berggorilla-Zählung im grenzübergreifenden Virunga-Nationalpark von März und April 2010 hat ergeben, dass sich die Zahl der Berggorillas seit der letzten Zählung vor 7 Jahren von 380 Individuen auf 480 erhöht hat. Dies ergibt einen Zuwachs von 26,3 % und das obwohl im gleichen Zeitraum 9 Berggorillas bei 4 verschiedenen Vorfällen getötet wurden.

Diese 480 Berggorillas im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo verteilen sich auf 36 Gruppen und 14 männliche Einzelgänger. 352 Individuen (73 %) sind habituiert, 128 sind nicht habituiert.

Zählt man die 302 Berggorillas, die im Bwindi Impenetrable Forest in Uganda sowie die 4 verwaisten Berggorillas, die in einem Tierheim in der Demokratischen Republik Kongo leben dazu, ergibt sich eine Gesamtpopulation von 786 Individuen. Vergleicht man diese Zahl von nun 786 Berggorillas mit den nur 250 Individuen vor ca. drei Jahrzehnten, hat die Gesamtpopulation einen beeindruckenden Schritt in die richtige Richtung zu verzeichnen. Diese positive Entwicklung ist auf die unermüdlichen Anstrengungen vieler Organisationen zurückzuführen, die sich gemeinschaftlich für das Überleben der Berggorillas einsetzen. Eines dieser Projekte ist sicher auch das Mondberge-Hilfsprojekt, das zusammen mit dem Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. in Uganda umgesetzt wird.

Trotz dieser positiven Entwicklung muss dennoch bemerkt werden, dass es auch zukünftig erforderlich ist, Anstrengungen zu unternehmen, um den Bestand der Berggorillas weiter zu vergrößern. Berggorillas gehören zu den am stärksten gefährdeten Tierarten überhaupt. Sie werden trotz umfangreicher Aufklärungsmaßnahmen weiterhin durch Wilderer verfolgt. Erst kürzlich haben patrouillierende Wildhüter in einem Zeitraum von 5 Tagen knapp über 200 Fallen im Virunga-Massiv zerstört. Hierbei waren die Wilderer zwar nicht vornehmlich auf der Jagd nach dem in Teilen Afrikas immer noch sehr gefragten „Bush-Meat“, aber die aufgestellten Fallen sind dennoch eine Gefahr für die Berggorillas.

Eine weitere große Gefahr für das Überleben der Berggorillas ist die Zerstörung ihres Lebensraumes, des Regenwaldes. Auch hier gilt es durch entsprechende Hilfsmaßnahmen entgegenzusteuern.

Ziel der Berggorilla-Zählung ist es nicht nur zu erfassen, wie der Stand der Population und deren Entwicklung ist, sondern vielmehr auch einen Überblick über den Gesundheitszustand der Tiere zu erhalten. Die Analysen der durch 72 Helfer in einem Gebiet von 1.000 km gesammelten Fäkalien-Proben werden es ermöglichen, umfangreiche wissenschaftlich wertvolle Vergleiche zwischen Populationen von habituierten und nicht-habituierten Individuen zu ziehen. Diese Ergebnisse werden nicht nur als Grundlage für ein besseres Verständnis des Gesundheitszustandes von Berggorillas dienen sondern können möglicherweise einen Einblick in bestehende oder zukünftige Belastungen durch menschliche Krankheitserreger gewähren.

Die vollständige Auswertung der Zählung, die erst 2011 vorliegen wird, bietet eine wissenschaftliche Grundlage, die es dem IGCP (International Gorilla Conservation Programme) und anderen Organisationen ermöglicht, weitere gemeinsame, sehr gezielte Anstrengungen zur Erhaltung der Berggorillas und einer weiter steigenden Zahl an Individuen zu koordinieren.