Erneutes Sterben für die Mode

Tibetantilopen müssen immer noch für die Herstellung von Luxusschals ihr Leben lassen.

Shahtoosh-Schals heißen die begehrten Accessoires, für die bis zu 40.000 US-Dollar je Stück bezahlt werden. Obgleich der Handel inzwischen weltweit illegal ist, stellt das fragwürdige Luxusgut beispielsweise in Pakistan weiterhin ein Statussymbol dar.

Die Wolle der Tibetantilopen, die auch als Tschirus bekannt sind, gilt als die Weichste überhaupt und wird sogar als ‚soft gold‘ bezeichnet. Allerdings werden die Tiere nicht wie Schafe geschoren und wieder freigelassen, sondern schlichtweg getötet – zwischen drei und fünf dieser grazilen Geschöpfe sterben für nur einen Schal.

Nach radikaler Wilderei zu Beginn des Jahrtausends hat sich die Population derzeit wieder so erholen können, dass die Tschirus von der Liste der gefährdeten Arten genommen wurden. Erfahrungsgemäß bringt dieser Schritt jedoch neue Risiken mit sich. Oftmals wird anschließend wieder vermehrt gejagt.

Einen guten Grund zur Hoffnung gibt zurzeit aber unter anderem durch das Engagement Chinas. Hier wurden strenge Gesetze erlassen, die den Antilopen im wörtlichen Sinne wieder Luft und Raum lassen. Außerhalb Chinas, in Regionen Indiens und Pakistans sieht es jedoch ganz anders aus; hier steht Shahtoosh immer noch für Exklusivität, Wohlstand und Prestige. Andere Staaten wie Großbritannien oder die USA setzen hingegen gezielt Fahnder ein, die immer wieder erfolgreich sind.

So absurd es klingt, werden letztendlich wahrscheinlich die Modetrends und die entsprechende Nachfrage über die Existenz der Tibetantilope entscheiden.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.spektrum.de/news/das-modeopfer-kehrt-zurueck/1355119
http://blogs.scientificamerican.com/extinction-countdown/tibetan-antelope/ (englisch)