Ein Nachruf

Im Alter von etwa 31 Jahren starb einer der ältesten Silberrücken im Bwindi Nationalpark.

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Berggorilla Uganda © Andreas Klotz

Seit mehr als 11 Jahren führte der Silberrücken Rukina (zu deutsch: der Verspielte) die Kyaguriru-Gruppe im Bwindi Nationalpark. Am Ostermontag 2015 kostete ihn ein einschlagender Blitz das Leben.

Nach einem ca. 3 Jahre dauernden Rivalen-Kampf gegen seinen Vorgänger Zeus übernahm Rukina die Rolle des dominanten Männchens in der Kyaguriru-Gruppe. Er war ein toleranter und guter Anführer, was sich auch in der Größe der Gruppe (21 Berggorillas) zeigte. Während seiner Zeit als Anführer entschieden sogar vier Gorilladamen aus benachbarten Gruppen, zu ihm ‚überzulaufen‘. Insgesamt konnten 10 Nachkommen nachgewiesen werden. Rukina verbrachte stets viel Zeit mit den Kleinen und seinen acht Damen. Dazu war er äußerst telegen und erschien in vielen Dokumentationen, unter anderem für BBC. Seit 1998 und somit über 16 Jahren leistete er seinen Beitrag zu den Forschungen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und half Martha Robbins und ihrem Team, mehr über die Ökologie und das soziale Verhalten der letzten Berggorillas zu ergründen.

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Berggorilla Uganda © Andreas Klotz

Noch einen Tag vor seinem Tod wurde er bei offenbar bester Gesundheit zusammen mit seiner Gruppe gesichtet. An Abend gab es jedoch ein kräftiges Unwetter und Ranger fanden Rukina am morgen danach leblos neben einem Baum, in den ein Blitz eingeschlagen hatte. Eine Untersuchung ergab keine größeren Wunden oder Zeichen von Krankheit, lediglich eine kleine Blutung an einer Schulter. Postmortale Untersuchungen bestätigten die Vermutungen zur Todesursache. Auch bei indirektem Einschlag können Blitzschläge nicht nur zu schweren Verbrennungen, sondern auch zu Herzrhythmusstörungen führen, die wiederum Herzstillstand verursachen.

Nach dem tragischen Tod Rukinas gab es zunächst Unruhen in seiner Gruppe. Glücklicherweise hat der zweite Silberrücken Rukara, der vor ein paar Jahren von der für den Tourismus habituierten Bitukura-Gruppe übersiedelte, inzwischen erfolgreich die Führung übernommen, und die Familie scheint zusammenbleiben zu können.

Berggorillas © mondberge.com
Berggorillas © mondberge.com

Im Bwindi Nationalpark leben ca. 400 der rund 880 weltweit verbleibenden Berggorillas.

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Perle Afrikas
Fotobildband „Perle Afrikas“

Weitere Berichte zu Tod Rukinas können Sie hier (in englischer Sprache) nachlesen:
http://chimpreports.com/grief-as-lightening-kills-dominant-guerrilla-in-bwindi/
http://gorilladoctorsblog.org/field-blog/2015/4/13/goodbye-to-rukina.html