Der Wildtierhandel expandiert

Zwar war das Thema vorrübergehend aus den deutschen Medien verschwunden, aber:
Wilderei und illegaler Handel mit Wildtierprodukten boomen

Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf
Nashorn Bildband Afrikas Süden © H. Lydorf

In Asien steigt die Nachfrage nach Nashornpulver fortlaufend an. Nach zu vielen Drinks soll es gegen den unerwünschten Brummschädel helfen, also wird es in höheren Kreisen regelmäßig schon vorsorglich angeboten. Zudem besteht man hartnäckig darauf, dass es der Krebsheilung dient und aphrodisierend und potenzsteigernd wirkt. Wissenschaftlich bzw. medizinisch konnte hierfür auch nach diversen Untersuchungen keine entsprechende Wirkung festgestellt werden. Besonders in Anbetracht der äußerst langsamen Fortpflanzung von Nashörnern erscheint selbst die Theorie absurd. Dennoch: ein Kilogramm Nashornpulver erzielt auf dem Schwarzmarkt einen gut 40 % höheren Preis als dieselbe Menge an Kokain. Teurer und damit einträglicher als Gold ist es damit allemal.

Nashorn, Bildband Afrikas Süden © Thomas Herrmann
Nashorn, Bildband Afrikas Süden © Thomas Herrmann

Laut dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) steigen die Mengen beschlagnahmten illegalen Elfenbeins jährlich drastisch an: 2010 – rund 23 Tonnen, 2011 – 35 Tonnen, 2013 – 41 Tonnen …

Je 10 Tonnen Elfenbein werden rund 1.500 Elefanten getötet, Kollateralschäden wie verwaiste Jungtiere nicht eingerechnet.

Waldelefanten - Mondberge Artenschutz-Kalender 2013 © Andreas Klotz
Waldelefanten – Mondberge Artenschutz-Kalender 2013 © Andreas Klotz

Handelsverbote wurden erlassen und wieder gelockert. Der Versuch, die Nachfrage durch einen teilweisen legalen Handel in den Griff zu bekommen ging nach hinten los – der Markt boomt.

Im Gegenzug stellte das Bundesumweltministerium Anfang Juni erstmalig die Summe von 3 Millionen Euro bereit, um die Wilderei und ihre Folgen in Asien und Afrika zu bekämpfen. Die Nachfrage soll reduziert und der Schwarzmarkt trockengelegt werden.

Chinesiche, vietnamesiche und afrikanische Behörden sollen im eigenen Land sowie in Zusammenarbeit miteinander den dramatischen Ausmaßen entgegenwirken. Tatsächlich wurde bislang von allen Seiten Kooperationsbereitschaft, inkl. handfester Maßnahmen signalisiert. Wahrscheinlich dient manchem auch die Tatsache als Motivation, dass große Summen aus dem Wildtierhandel direkt in die Finanzierung von Terrorismus fließen – Korruption macht‘s möglich.

Nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ kann man sicher sein: Gemeinsam gibt es gute Chancen, dem Raubbau Herr zu werden. Also, auf geht’s!

© Winfried Wisniewski / Fotografeneditionen
© Winfried Wisniewski / Fotografeneditionen

Der TV-Sender arte zeigte zeigt hierzu am Montag, 06. Juli um 9:50 Uhr eine sehr informative Dokumentation. Die Sendung ist dann über die arte-Mediathek noch sieben Tage im Nachhinein abrufbar. http://www.arte.tv/guide/de/047475-000/der-letzte-raubzug

Weitere Berichte zum Thema finden Sie unter
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article205407535/Warnung-vor-groesstem-Artensterben-seit-den-Dinosauriern.html
http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/hendricks-nachfragesenkung-ist-schluessel-im-kampf-gegen-wilderei-auf-elefanten-und-nashoerner/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=1892&cHash=d00b68b8049a0a0861249c39b61f4bd3
http://www.welt.de/politik/deutschland/article141733769/Der-Glaube-an-die-Heilkraft-von-Nashornpulver.html