Wie eine aktuelle Studie US-amerikanischer Forscher der Duke University zeigt, unterscheiden sich einige unsere nächsten Verwandten – wenn es ums Teilen geht – deutlich von uns Menschen.

Menschenaffen - Mondberge-Artenschutz-Kalender 2013 © Hof
Symbolbild: Menschenaffen - Mondberge-Artenschutz-Kalender 2013 © Hof

So haben die Forscher in verschiedenen Experimenten mit Bonobos in einem Schutzgebiet in der Demokratischen Republik Kongo festgestellt, dass diese Menschenaffen in neun von zehn Fällen eher einem fremden Artgenossen Zugang zum Futter verschafften, als einem Mitglied der eigenen Gruppe. Studienleiter Brian Hare erklärt dieses Verhalten, das für uns Menschen ungewöhnlich erscheint damit, dass die Bonobos auf diese Weise ihr soziales Netzwerk erweitern. So wird durch das Teilen des Futters eine soziale Beziehung zu einem noch unbekannten Artgenossen aufgebaut, die evtl. später von Nutzen sein könnte. Die Stärkung einer bereits bestehenden Verbindung durch das Teilen des Futters wird von Bonobos als weniger wichtig angesehen. Mit diesem Verhalten unterscheiden sich die Bonobos deutlich von Menschen, aber auch von Schimpansen.

Und es gibt ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum Verhalten der Menschen. Wenn Bonobos keinen Nutzen davon haben, dann teilen diese Menschenaffen gar nicht, dies ergab ein weiteres Experiment, bei dem die Tiere zwar teilen konnten, dabei aber keine Möglichkeit hatten, mit ihren Artgenossen in Kontakt zu treten. Die Entscheidung der Bonobos war eindeutig. Niemand erhielt Zugang zum Futter. Bei Bonobos gibt es also keine anonymen Spenden.

Die Forscher der Duke University haben ein Video auf YouTube veröffentlicht, das die Bonobos beim Teilen ihres Futters zeigt:
YouTube: Bonobos Prefer to Share with Strangers

Die Studie wurde im Fachmagazin PLoS One veröffentlicht: Bonobos Share with Strangers