Bedrohte Art: der Moschusochse

Wir haben ein weiteres Tier in unser Lexikon der bedrohten Arten aufgenommen:

Der Moschusochse (Ovibos moschatus), auch bekannt unter dem Namen Bisam- oder Schafsochse, ist ein Bewohner der arktischen Tundra. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Grönland, Alaska und Kanada. Kleinere Herden wurden auch in Norwegen, Schweden und Nordsibirien eingeführt. Im Gegensatz zum Moschushirsch besitzt der Moschusochse keine Moschus-Drüse. Die Männchen sondern aber zur Paarungszeit eine Substanz über ihren Urin ab, die moschusartig süßlich riecht. Der Name Schafsochse leitet sich dagegen von der irrigen Annahme ab, der Moschusochse sei eine Kreuzung zwischen Schafen und Rindern. Moschusochsen ertragen große Kälte, sind aber gegenüber anhaltender Feuchtigkeit sehr empfindlich. Sie leben bevorzugt in niederschlagsarmen Tundren und ernähren sich von Kräutern, Flechten und Moosen sowie von Blättern der Weide und Birke. Können sie aufgrund schlechter Wetter- und Weidebedingungen keine ausreichenden Fettreserven für den Winter aufbauen, droht ihnen der Hungertod.

Moschusochse - Mondberge-Artenschutzkalender © Besselink
Moschusochse – Mondberge-Artenschutzkalender © Besselink

Als Schutz vor Wölfen verharren die Moschusochsen ruhig in einem Verteidigungsring und so bilden die Tiere auch ein leichtes Ziel für mit Gewehren ausgerüstete und von Jagdhunden begleitete Jäger. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Jagd auf diese Tiere ihren Höhepunkt. Hinzu kam auch der Fang und Verkauf von Kälbern an zoologische Gärten, der die Bestände des Moschusochsen dramatisch dezimierte. So wurden die erwachsenen Tiere einer Herde gnadenlos abgeschossen, um die Kälber einfangen zu können. Geschätzte 2000 Moschusochsen wurden auf diese Weise niedergemetzelt, um etwa 250 Kälber für 25 Zoos einzufangen. Nach Bekanntwerden dieser Fangmethoden haben die Zoos keine weiteren Kälber angekauft.