Bedrohlich: Plastikmüll in Ozeanen

Zwischen 1950 und 2015 stieg die globale Plastikproduktion von 1,5 Millionen auf 299 Millionen Tonnen pro Jahr. Und jedes Jahr landen 5 bis 13 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Das bedroht nicht nur die Tiere die im Meer leben, sondern auch uns Menschen.

Korallenriff Fiji © Hettich
Korallenriff Fiji – Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Hettich

Laut Bundesumweltamt werden allein in der Nordsee pro Jahr etwa 20.000 Tonnen Müll eingetragen. Auf Sylt sammeln sich an einem Abschnitt von nur 7 Kilometern während der Hochsaison rund zwei Tonnen Müll an, und zwar täglich!

Der in unseren Weltmeeren schwimmende Müll wird immer mehr. Dies liegt unter anderem daran, dass Plastik sich nicht zersetzt. So verschwinden etwa Angelschnüre erst nach 600, Plastikflaschen nach ca. 450 Jahren. Sogar Wattestäbchen benötigen etwa 150 Jahre, bis sie zerfallen.

Seeadler - Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Wisniewski
Seeadler – Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Wisniewski

Man kann also sagen, sämtlicher Plastikmüll, der je im Meer landete, ist immer noch dort – von ‚allgegenwärtigem Plastikmüll‘ ist die Rede und auf dem Grund der Ozeane wachsen wahre Müllberge. Ca. 1 Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger sterben jährlich daran. Einzelne Teile werden zwar zerrieben und zerkleinert (Mikroplastik), aber das hat ganz eigene tragische Folgen. Krabben, Würmer, Seevögel und Fische fressen diese Plastikpartikel, die so am Ende wieder in Lebensmitteln landen. Diverse Studien ergeben, dass bis zum Jahr 2050 nahezu alle Seevogelarten Kunststoffteilchen im Verdauungstrakt haben werden, bereits jetzt sind es zwei Drittel.

Gruene Meeresschilkroeten Bildband Mittel- und Südamerika ® Uli Assmann
Gruene Meeresschildkröten Fotobildband Mittel- und Südamerika ® Uli Assmann

Besonders betroffen sind auch die Meeresschildkröten. Alle sieben der weltweit verbleibenden Arten sind vom Aussterben bedroht. Plastikreste an den Geburtsstränden beeinflussen die Temperatur der Nester und somit die Geschlechterverteilung; Jungtiere, schaffen es durch den Müll gar nicht erst ins Meer oder fressen Plastikteile und verenden daran. Zudem verfangen sich in den Ozeanen viele Schildkröten in alten Fischernetzen und Verpackungen und ertrinken oder verhungern letztendlich qualvoll und langsam.

Hawaii-Moenchs-Robbe ® Tor Johnson
Hawaii-Moenchs-Robbe ® Tor Johnson

Gefressenes Plastik blockiert die Verdauung der Tiere, beeinträchtigt die Gesundheit und führt insbesondere bei Jungtieren häufig zum Tod. Im Zuge einer 2014 veröffentlichten Studie hatten 90 % der untersuchten jungen Grünen Meeresschildkröten vom Menschen produzierten Müll im Verdauungstrakt.

Welche genauen bzw. Langzeitauswirkungen die Plastikreste sowie die darin enthaltenen Schadstoffe in den tierischen und damit später auch im menschlichen Organismus haben, ist noch nicht geklärt. Ob und in welchem Maße das gesamte Ökosystem auf die immense Verschmutzung reagieren wird, bleibt ebenfalls ungewiss.

Costa Rica ® Mathias Csader
Costa Rica – Fotobildband Mittel- und Südamerika ® Mathias Csader

Der aufwendig gestaltete Fotobildband Mittel- und Südamerika vermittelt ein solides Grundwissen über die Natur-Highlights südamerikanischen Kontinents. Ob dampfender tropischer Regenwald, trockene Wüsten, eiskalte Gletscher, gigantische Wasserfälle oder eine Tierwelt, wie sie abwechslungsreicher nicht sein kann. In Mittel- und Südamerika reiht sich ein Natur-Highlight an das nächste. Großformatige Bilder laden zum Träumen ein und zeigen eine Welt, die um jeden Preis geschützt werden muss. Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie ein Ara-Schutzprojekt in Costa Rica.

Mittel- und Südamerika

Weitere Berichte und Videos zum Thema finden Sie hier
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article147538872/Toedlicher-Plastikmuell-bedroht-Meeresschildkroeten.html
http://www.welt.de/reise/deutschland/article144035541/So-schmuddelig-sind-die-deutschen-Nordseestraende.html
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article145849872/Kuenftig-haben-alle-Seevogelarten-Plastik-im-Magen.html
http://www.mondberge.com/artikel/pottwal-stirbt-an-plastikmuell/