Insektensterben führt zu Befruchtungskrise

Honigbiene im Anflug, © Bernhard Diehl
Honigbiene im Anflug, Mondberge Artenschutzkalender 2014 © Bernhard Diehl

Mal abgesehen von dem Nutzen und schönen Frühlings- und Sommerbildern, die uns das Insektenreich beschert, sind Obst, Gemüse, Raps und andere ‚Energiepflanzen‘ auf Bestäubung angewiesen.

Die kleinen Bestäuber erbringen pro Jahr eine Leistung im Wert von über 20 Mrd. Euro. Auf diese für uns kostenlose Dienstleistung können wir uns jedoch nicht mehr ohne Weiteres verlassen, obgleich sich unser Bestäubungsbedarf beispielsweise zwischen 2005 und 2010 verfünffacht hat, Tendenz steigend.

Das in den Medien bereits öfter warnend erwähnte Bienensterben macht hierbei nur einen Teil des Problems aus. In Mitteleuropa schwanden die Bienenvölker während der vergangenen 30 Jahre um etwa 25 %, in England um ca. 50 %. Imkerei ist out; üblich ist zeitsparende, flächendeckende Schädlingsbekämpfung und auf den wachsenden Landwirtschafts-/Anbaugebieten werden Blüten eher selten gesehen. Dies macht einer Vielzahl von Insekten das Überleben schwer. Rapsfelder scheinen ein Paradies für Insekten aller Art zu sein. Da sie jedoch nur einige Wochen blühen, bieten sie unseren kleinen Dienstleistern nur kurzfristig eine Lebensgrundlage und wild wachsende Pflanzen, die die Bestäuber dringend benötigen, kommen ebenfalls zu kurz. Erlaubt man Schutzräume, also dauerhafte Refugien mit Nistplätzen und reichem Blütenangebot, in der Nähe von Anbaugebieten, so profitieren alle: unsere (Nutz-)Pflanzen werden verlässlich und kostenlos bestäubt und die Insekten- und Wildpflanzenarten können überleben und gedeihen. Die Umrandung von Ackerfeldern mit Wildblumen sowie die Pflanzung von blühendem Klee auf Weideflächen wären erste, sehr hilfreiche Schritte.

In den letzten zehn Jahren haben Umwelt- und Naturschutzaktivitäten Erfolge erzielen können – es ist also möglich. In Anbetracht des Klimawandels, der den Bestäubern nachweislich noch zusätzlich erheblich zusetzen wird, sollten möglichst schon in diesem Sommer mehr Blumenbeete und -felder entstehen, in Blumenkästen, Gärten, auf Feldern und in wohl verdienten Schutzgebieten.

Ohne Biene und Co. kein Honig und so …

Einen detaillierten Artikel und weitere Informationen finden Sie unter
http://www.spektrum.de/news/das-bedrohte-summen/1340250