Tiger ® Martin Ruhnke
Tiger ® Martin Ruhnke

Ein friedliches Zusammenleben von Tiger und Mensch ist auch ohne die Errichtung von Schutzgebieten, die weitab von menschlichen Siedlungen liegen, denkbar. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern im Chitwan Nationalpark in Nepal.

Die Forscher beobachteten anhand von Fotofallen, die sowohl bei Menschen als auch Tieren auslösten, dass die Tiger die Zeiten mieden, in denen viele Menschen unterwegs waren. In diesem Fall verlagerten sie ihre Jagdzeiten vom Tag in die Nacht. Diese Anpassungsfähigkeit der Tiger könnte ein Hoffnungsschimmer für die stark vom Aussterben bedrohten Tiere sein, so die Forscher.

Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen und der Ausbreitung des menschlichen Lebensraumes wird es zukünftig immer schwerer, die bisherige Praxis einer strengen Trennung von menschlichen Siedlungen und Schutzgebieten der Tiger durchzuhalten. Voraussetzung für eine zukünftige friedliche Koexistenz von Raubtieren und Menschen sei aber vermutlich, dass einerseits ausreichend Beute für die Tiger vorhanden sei und das es andererseits nur wenig Wilderei gebe – beides ist im Chitwan-Nationalpark gegeben.

Ob die hier erfolgte Verlagerung der Jagdzeiten in die Nacht auch langfristig vorteilhaft für die Tiger ist, muss laut Aussage der Wissenschaftler noch weiter untersucht werden.

Weitere Informationen: National Geographic Deutschland: Menschenkontakt macht Tiger zu Nachttieren