Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. berichtet, dass im Kongo ein alarmierender Anstieg bei Gorillawaisenkindern zu verzeichnen ist. Betroffen sind vor allem die vom Aussterben bedrohten Grauergorillas, die nur im Ostkongo vorkommen und die laut IUCN (International Union for Conservation of Nature) zu den 25 bedrohtesten Primatenarten der Welt gehören. Grauergorillas leben seit zwei Jahrzehnten in einem Kriegsgebiet. Vor Beginn der Rebellenaktivitäten wurde ihre Zahl auf 10.000 geschätzt, doch wie viele es heute sind, weiß niemand.

Symbolbild: Berggorilla im Bwindi Nationalpark © Andreas Klotz

In den letzten Jahren stieg die Zahl konfiszierter Tiere stark an. Affenbabys kommen oft unterernährt, dehydriert und hochgradig gestresst in Waisenstationen. Doch die drei Stationen, die es in der Region gibt, stoßen mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Waisenstationen sowie das Gorilla Rehabilitation and Conservation Education Center übernehmen wichtige Funktionen, die sonst von den Familienverbänden der Tiere wahrgenommen werden. Ziel der Einrichtungen ist es, den Tieren alle für das Überleben in der Wildnis notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln und sie dann auszuwildern, in der Hoffnung, dass sie sich anderen Gorilla-Gruppen anschließen.

Das Überleben der Grauergorillas wird jedoch nicht nur durch den Krieg zwischen den verschiedenen Rebellengruppen bedroht, sondern die große Armut und die zunehmende Anzahl von Mitarbeitern in Bergbauunternehmen lassen den Handel mit Bushmeat und lebenden Tieren im Osten Kongos stark ansteigen. Nach einer Studie des Jane Goodall Institute und Disney’s Animal Kingdom werden in vielen Gemeinden des Ostkongo noch Gorillas gegessen – trotz eines generellen Verbotes.

Mit einer großen Kampagne soll die Bevölkerung nun darüber aufgeklärt werden, warum sie keine bedrohten Tiere jagen sollen. Gleichzeitig werden den Menschen Alternativen angeboten, wie z. B. Hilfe bei der Landwirtschaft, der Bau einer Schule, etc. wie Dr. Angela Meder von der deutschen Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. berichtet.

Weitere Informationen: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.: Alarmierender Anstieg bei Gorillawaisenkindern