Bis heute war die vor mehr als 100 Jahren von Alfred Russel Wallace entwickelte Karte, die die Welt in sechs Regionen aufteilte die Basis für das Verständnis globaler Diversität. Diese Karte aus 1876 haben Wissenschaftler der Universität Kopenhagen, des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und weiterer Einrichtungen nun aktualisiert. Dazu haben die Forscher aktuelle Verbreitungsdaten und Stammbäume von mehr als 20.000 Tierarten (Säugetiere, Vögel, Amphibien) herangezogen. Diese mit Hilfe der DNA-Sequenzierung neu entwickelte Wallace-Karte teilt die Welt nun in elf zoogeographische Regionen und zeigt, wie die Regionen aufgrund evolutionär bedingter Verwandtschaftsverhältnisse zueinander in Beziehung stehen.

Die neue Karte liefert grundlegende Informationen über die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten und ist von großer Bedeutung für die zukünftige Biodiversitätsforschung. Sie soll neue Ansätze für die Planung von Naturschutzmaßnahmen sowie für das Management biologischer Vielfalt liefern. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Verwandtschaftsverhältnisse der Arten in die Naturschutzplanung einzubeziehen. Laut Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums, „macht es einen Unterschied, ob eine Art unter vielen ähnlichen, nahe verwandten Arten ausstirbt, oder ob die Art der einzige und letzte Vertreter einer lange isolierten Stammeslinie ist.“
Weitere Informationen zur aktualisierten Wallace-Karte: Senckenberg Gesellschaft zur Naturforschung: Die neue Weltordnung der Tiere

Die Karte von Wallace sowie die aktualisierte Karte zeigt das Center for Macroecology, Evolution and Climate der Universität Kopenhagen: CMEC Zoogeographic Realms and Regions