Afrika baut seine Wälder wieder auf

Zehn afrikanische Länder haben sich zusammengetan und wollen im Rahmen der Initiative AFR100 bis zum Jahr 2030 rund 100 Millionen Hektar Wälder und baumreiche Landschaften wiederherstellen.

Ruanda_2012-6 Foto: Andreas Klotz
Ruanda © Andreas Klotz

Das Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union (NEPAD), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das World Resources Institute (WRI) gründeten die Initiative, deren Vorhaben der Präsident und CEO des World Resources Institute, Andrew Steer, als „Afrikas Geschenk an die Welt“ bezeichnete. „Die Staaten der Welt verhandeln in Paris über ein Klimaabkommen, und die afrikanischen Länder – die historisch die geringste Verantwortung für den Klimawandel tragen – übernehmen mit ihren ehrgeizigen Verpflichtungen zur Wiederherstellung von Landschaften eine echte Führungsrolle. Und dies ist nicht nur wichtig für die Speicherung von CO2, sondern wird v.a. auch der armen ländlichen Bevölkerung großen Nutzen bringen.“

Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Niger, Ruanda, Togo und Uganda haben gemäß BMZ bereits vor der UNO-Klimakonferenz angekündigt, eine Fläche von 30 Millionen Hektar wiederaufzuforsten. Ibrahim Assane Mayaki, CEO von NEPAD und ehemaliger Premierminister von Niger, sprach sogar von einem Gesamtpotential des Kontinent Afrikas von über 700 Millionen Hektar.

Bwindi Nationalparkgrenze © A. Klotz
Bwindi Nationalparkgrenze © Andreas Klotz

Die Initiative wird von diversen Seiten unterstützt. Gerechnet wird mit nahezu eine Milliarde Euro von der Weltbank und knapp 500 Millionen aus dem Privatsektor (ökologisch / sozial orientierten Investitionsfonds). Darüberhinaus sagten verschiedene Nichtregierungsorganisationen wie beispielsweise The Nature Conservancy ihre Hilfe zu.

Neben der Luftverbesserung schafft die Wiederherstellung von Waldlandschaften Arbeit und somit auch Nahrung für arme Menschen in der jeweiligen Region – von der Chance für biologische Vielfalt ganz zu schweigen.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch weitere Staaten an diesem engagierten Bündnis ein Beispiel nehmen und ebenfalls zur Tat schreiten.

Baumschule in Ruhija, Uganda © mondberge.com
Baumschule in Ruhija, Uganda © mondberge.com

Auch MONDBERGE hat sich mit der Bedeutung von Waldflächen für die regionale Bevölkerung auseinandergesetzt. Im Rahmen eines Hilfsprojekts nahe des Bwindi Nationalparks in Uganda werden Schulen unterstützt, die mit diversen Aktivitäten, wie z. B. der ‘Baumschule’, den Kindern die Natur und den Wert des Umweltschutzes näherbringt – in Theorie und Praxis. Hier lernen sie u. a., selbst Bäume anzupflanzen. Eine der größten Belastungen für Bwindis lokale Bevölkerung ist der hohe Bedarf an Holz als Brennmaterial zum Kochen und als Baustoff. Die Baumschulen dienen als interaktives Klassenzimmer und geben den Kindern die Möglichkeit, aktiv an den Prozessen der Keimung, des Gartenbaus und der Baumpflanzung teilzunehmen. Sobald die Jungpflanzen endgültig eingepflanzt werden kann, behält jede Schule einige Exemplare und der Rest wird an die Familien der Kinder verteilt. Das Holz, das in den Baumschulen gewonnen wird, dient letztendlich als nachhaltiges Mittel zur Bevorratung von Baustoff für Projekte der Schule und der Familien der Kinder.

Nähere Informationen und Berichte zu AFR100 finden Sie unter
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12172:afr100-initiative-afrikanische-laender-wollen-100-millionen-hektar-wald-wiederherstellen&catid=43&Itemid=96
http://derstandard.at/2000027074467/Aufforstung-riesiger-Waldflaechen-in-Afrika-geplant