Affenartige Freundschaft

Forschungen des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie ergaben, dass auch Schimpansen sehr wohl zwischen Freund und Nicht-Freund unterscheiden und sich auch entsprechend verhalten.

Schimpanse Ngamba Island © Michael Matschuck
Schimpanse Ngamba Island © Michael Matschuck

Bei einer Abwandlung des ursprünglich für Menschen entwickelten ‚Vertrauensspiels‘ (Human Trust Game) zeigten die tierischen Probanden gegenüber ihren Freunden ein gezieltes vertrauensvolles Verhalten. Vertrauten sie dem jeweiligen Artgenossen nicht, so wählten sie durch den Zug am ‚Kein-Vertrauen-Seil‘ ein wenig delikates Nahrungsmittel. Hatten sie jedoch eine engere Bindung zu ihrem Gegenüber, so wählten sie Seil Nr. 2 und schickten ihrem Freund eine besondere Leckerei, die der Beschenkte wahlweise mit ihnen teilen konnte. Riskant, aber mit WIN-WIN-Potenzial.

Schimpansen Ngamba Island © Michael Matschuck
Schimpansen Ngamba Island © Michael Matschuck

Die Wissenschaftler konnten im Laufe der fünfmonatigen Untersuchungen wichtige Parallelen zwischen Menschen- und Tierfreundschaften nachweisen. „Andere Tiere, wie Schimpansen, gehen mit ausgewählten Individuen enge und langfristige Bindungen ein. Ein gemeinsames Merkmal ist das Vertrauen, das Freunden in wichtigen Situationen gezielt entgegengebracht wird.“

Die Frage, ob Schimpansen ihren Freunden auch eher Hilfe leisten als anderen, wird in einem nächsten Schritt erforscht werden …

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter
http://www.n-tv.de/wissen/Auch-Schimpansen-vertrauen-article16783626.html