Abgeluchst

Wilderer machen den Erfolg langjähriger Projekte zum Schutz der Luchse zunichte

Dabei klangen viele Meldungen in letzter Zeit so hoffnungsvoll. Der Luchs schien im Bayerischen Wald willkommen, man feierte seine Rückkehr in den Medien, Zusammenstöße mit Nutztieren, beispielsweise der Schafzucht, blieben verschwindend gering.

Allem Anschein nach wollen Jäger ‚ihr‘ Rehwild jedoch nicht mit den Pinselohren teilen und sehen ihr Hobby in Gefahr. Eindeutig ist wohl, dass die zu beklagenden Luchse nicht auf natürlichem Wege verstorben sind. Kürzlich wurden vier abgeschnittene Läufe eines Luchses, inklusive Schulterblatt gefunden, zuvor war eine trächtige Luchsin mit einem Schrotgeschoss erlegt und offenbar zum Fund platziert worden, eine weitere fiel einem vergifteten Köder zum Opfer und neun im Zuge eines Schutzprojektes beobachtete Tiere verschwanden spurlos.

Luchs_Mondberge-Artenschutzkalender © Marko König

Luchs_Mondberge-Artenschutzkalender © Marko König

Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass bislang nicht ein Fall von Luchswilderei in Bayern aufgeklärt wurde. Dies könnte sich jedoch bald ändern: Bayerns Umweltministerin, Ulrike Scharf, meldet sich erfreulich deutlich zu Wort: „Die wiederholten Angriffe auf den Luchs sind kriminell und nicht hinnehmbar, die Ermittlungsbehörden müssen alles unternehmen, um die Tat aufzuklären, die letzte war besonders abstoßend.“ Zudem wurde eine Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise auf den / die Täter ausgesetzt.

Schutz und Aufbau der Luchspopulation erfordern fraglos Ausdauer. Einen bemerkenswerten Beitrag leistet seit vielen Jahren beispielsweise das Luchsprojekt Bayern im Lamer Winkel.

Natur- und Tierfreunde sollten zur Unterstützung dringend Augen und Ohren offen halten, quasi aufpassen wie ein Luchs, und sich zu Wort melden, um die offenbar feigen, grausamen und egoistischen Wilderer zur Rechenschaft zu ziehen und ein langfristiges Zusammenleben mit der schönen, eleganten, scheuen Raubkatze zu ermöglichen.

Auch das Mondberge-Projekt hat sich dem Luchs gewidmet und sein Bild in den Artenschutzkalender 2016 aufgenommen. Weitere Details und bewegende Bilder finden Sie hier.

Mondberge-Artenschutzkalender 2016

Einen detaillierten Bericht zur Wilderei im Bayerischen Wald bietet folgender Link:
http://www.welt.de/vermischtes/article141813503/Der-mysterioese-Tod-der-Luchse-im-Bayerischen-Wald.html