500 kg Elfenbein öffentlich vernichtet

Als deutliches Zeichen gegen Wilderei und Elfenbeinschmuggel wurden kürzlich in Rom die Stoßzähne bzw. daraus gefertigte Erzeugnisse von rund 30 Elefanten zerstört. In Kenia soll Ende April sogar die spektakuläre Menge von 100 Tonnen Elfenbein verbrannt werden.

Elefanten - Bildband Afrikas Süden © Britta Wulfekammer
Elefanten – Bildband Afrikas Süden © Britta Wulfekammer

Die Gier nach Elfenbein scheint unersättlich. Täglich fallen ihr in Afrika durchschnittlich 100 Elefanten zum Opfer, ganz zu schweigen von den Rangern und Tierschützern, die ebenfalls bereits in hoher Zahl ihr Leben ließen. Beidem wurde bei der Aktion im Circus Maximus in Rom gedacht.

Durch die Vernichtung des Elfenbeins soll der Markt praktisch ausgelöscht und so dem illegalen Handel und der kriminellen Industrie ein Ende gesetzt werden.

Lesen Sie im Folgenden die vollständige Pressemitteilung:

PRESSEMITTEILUNG    April 2016

Italien sagt Nein zu Elefantenwilderei

500 Kilogramm beschlagnahmtes Elfenbein in Rom öffentlich vernichtet

München, 6. April 2016 – Italien setzt ein Zeichen im Kampf gegen Elefantenwilderei und für ein weltweites Verbot jeglichen Elfenbeinhandels. Insgesamt 500 Kilogramm geschmuggelte Stoßzähne und Elfenbeinerzeugnisse von rund 30 illegal getöteten Elefanten wurden am Donnerstag, 31. März 2016, im antiken Circus Maximus in Rom öffentlich vernichtet. Initiiert und organisiert wurde die Maßnahme von der Elephant Action League (EAL) in Zusammenarbeit mit dem italienischen Umweltministerium, der italienischen Forstpolizei und der Stadt Rom.

Durchschnittlich 100 Elefanten werden jeden Tag in Afrika abgeschlachtet. Wenn nichts gegen diese zum Teil militärisch organisierten Massaker unternommen wird, wird es in zehn Jahren keinen einzigen Elefanten mehr in der Wildnis geben. „Ich bin so stolz auf Italien“, sagt Birgit Hampl, Vorstandsmitglied des Vereins Rettet die Elefanten Afrikas (REA). „Damit setzt das Land ein deutliches öffentliches Zeichen im Kampf gegen die ungezügelte Wilderei der afrikanischen Elefanten, die die Tiere an den Rand der Ausrottung bringt.“

Zu den Teilnehmern der Aktion und Befürwortern des Elefantenschutzes gehörten unter anderem Italiens Umweltminister Gian Luca Galletti sowie die italienische Sängerin Ornella Vanoni. Galletti betonte, dass auch Europa Verantwortung für globale Umweltthemen übernehmen müsse, denn das Welterbe unseres Planeten gehe uns alle an. Er sei entsetzt über die Gleichgültigkeit und den Egoismus der vielen, die sich nicht für globale Umweltangelegenheiten interessierten. Im internationalen Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel sei vor allem eine Zusammenarbeit aller Länder, auch innerhalb Europas, wichtig.

Atmosphäre einer Beerdigung

Hintergrund der öffentlichen Zerstörung von Stoßzähnen und Elfenbeinprodukten ist, dass kein Markt für Elfenbein existieren und Elfenbein keinen Preis besitzen sollte, wenn die Tiere noch eine Chance aufs Überleben haben sollen. Mit der Aktion in Rom wurden die Elefanten gewürdigt, die zu blutigen Opfern der Geldgier einer kriminellen Elfenbeinindustrie wurden. Die Atmosphäre glich denn auch der einer Beerdigung, als die Redner nicht nur der getöteten Tiere gedachten, sondern auch der unzähligen Wildlife-Ranger, die im Kampf gegen die Wilderei bereits umgekommen sind.

Gemäß Washingtoner Artenschutzabkommen darf beschlagnahmtes Elfenbein nach den entsprechenden juristischen Prozessen und der Entnahme von DNA-Proben zur Verfolgung des Ursprungsortes nur noch zu wissenschaftlichen oder schulischen Zwecken verwendet werden. Hierfür werden jedoch nur geringe Mengen benötigt. Der Rest kann zerstört werden. Nachdem Italien jetzt sowie Belgien und Frankreich bereits 2014 mit gutem Beispiel vorangegangen sind und illegales Elfenbein zerstört haben, stellt sich die Frage: Wann folgt Deutschland? Hierzulande lagert derzeit etwa eine Tonne geschmuggeltes Elfenbein.

Viele Länder haben bereits Elfenbein zerstört. Kenia wird Ende April mehr als 100 Tonnen in einer spektakulären Aktion verbrennen. Das ist die weitaus größte Menge Elfenbein, die jemals in einer Aktion zerstört wird. Das ostafrikanische Land hatte 1989 als erster Staat mit Elfenbeinverbrennungen begonnen, um ein Zeichen zu setzen, und dies 1991, 2011 und 2015 wiederholt.

Elfenbeinaktion 31.03.2016 © REA e.V.
Elfenbeinaktion 31.03.2016 © REA e.V.
Vernichtung des beschlagnahmten Elfenbeins © REA e.V.
Vernichtung des beschlagnahmten Elfenbeins © REA e.V.

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