Eine Chance, um mehr Aufmerksamkeit auf die Berggorillas, deren Bedrohung und die Lebensbedingungen der Menschen in dieser Region zu lenken.

Die Berggorillas werden auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als kritisch bedroht geführt, was bedeutet, dass sie akut vom Aussterben bedroht sind. Die zwei Populationen der Berggorillas in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), Ruanda und Uganda zählen nur noch rund 700 Individuen.

Eine Hauptbedrohung ist die Bejagung als Nahrung (wobei allein eine Tonne Bushmeat jährlich aus dem Kongo-Becken gewonnen wird), die Verwendung in der traditionellen Medizin, der Fang von lebenden Jungtieren als Haustiere sowie Verwundungen durch für andere Tiere gestellte Drahtfallen. Abholzung und Brandrodungen für die Landwirtschaft tragen maßgeblich zum Verlust des Lebensraums bei. Darüber hinaus ist die Region reich an Rohstoffen und die Produktion von Holzkohle sowie die Förderung von Gold, Zink, Uran und Koltan (einem in der Handy- und Computerproduktion verwendeten Erz) tragen weiter zur Zerstörung der Lebensräume bei. Bewaffnete Konflikte lösen Vertreibungen von zahlreichen Menschen aus, die diese natürlichen Ressourcen nicht nachhaltig nutzen. Krankheiten wie Ebola sind eine weitere Bedrohung und Epidemien können binnen kurzer Zeit ganze Populationen auslöschen. Experten warnen, dass die Gorillas in wenigen Jahrzehnten aussterben könnten.

Dies sind sicher Gründe dafür, warum während der UN-Artenschutzkonferenz in Rom das Jahr 2009 zum Jahr des Gorillas erklärt wurde. Als Hauptziele dieser Initiative definierte man die menschliche Entwicklung und den Schutz der charismatischen Primaten und ihrer Lebensräume.

Das Management der Gorillapopulationen in Nationalparks sowohl national als auch grenzüberschreitend soll durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Staaten, wo die Gorillas leben, bessere Ausbildung, Ausstattung und Bezahlung von Wildhütern, verbessert werden. Die Unterstützung der Entwicklung alternativer Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung in der Nähe von Gorillapopulationen ist ein weiterer Ansatz zum Schutz der bedrohten Tiere.

Der Gorilla-Ökotourismus ist in Ruanda und Uganda ein einträgliches Geschäft, das allen Beteiligten nützt. Dieses Konzept, dass wir während unserer Reise kennengelernt haben, soll nun auch nach Gabun und in andere westafrikanische Länder exportiert werden.

Ökotourismus, nachhaltige Forstwirtschaft und verbesserte Landwirtschaftspraktiken können Aufforstungskampagnen, Entwicklungsprojekte und Maßnahmen gegen Wilderei unterstützen. Im Zentrum stehen hierbei Gemeinden, die in oder nahe an geschützten Lebensräumen für Gorillas liegen. Bildungsarbeit und die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Bedrohungen, denen diese Menschenaffen ausgesetzt sind, sind weitere Elemente.
Schlüsselziel wird es dabei sein, die Armut der Menschen, die nahe den Schutzgebieten leben, zu verringern, denn nur dann kann die unnachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in diesen Gebieten unterbunden werden. Zentral sind dabei die Entwicklung des Schulsystems, Wissenstransfer, Aufbau von Gesundheitszentren, die Wasserversorgung und die Verbesserung der landwirtschaftlichen Praktiken. Auch die Entwicklung des Gorilla-Ökotourismus kann eine wichtige Rolle spielen.
Das Jahr des Gorillas 2009 lädt jeden Einzelnen, Artenschutzorganisationen, Wirtschaftspartner und Regierungen ein, diese einzigartige globale Kampagne zum Gorillaschutz zu unterstützen. Beteiligen auch Sie sich!